Fünf Dinge, wir von den Climate Warriors lernen können

In meinem aktuellen Film „Climate Warriors“ habe ich Menschen begleitet, die sich mit aller Kraft dem Kampf fürs Klima verschrieben haben: Von ihnen können wir lernen – nämlich Haltung.

 

Die erste Erkenntnis: Jeder kann etwas bewegen. Wirklich jeder – und das geht am besten mit der eigenen Geschichte.

Die US-Amerikanerin Kyla Peck leidet an Asthma. Aber anstatt sich ihrem Schicksal zu ergeben, steht sie auf und nutzt ihre persönliche Geschichte, um öffentlich gegen die Luftverschmutzung zu rebellieren … und ihre Stimme wird nach und nach bis in höchste politische Gremien gehört.

Die Climate Warriors, die ich in meinem neuesten Film portraitiert habe, sind ganz normale Typen. Keiner von ihnen ist besonders wohlhabend oder stammt aus einer einflussreichen Familie. Das müssen wir uns vor Augen halten: Jeder von uns kann und darf sich gesellschaftlich engagieren. Wir müssen uns nur entscheiden – mache ich mit oder bleibe ich in meiner Komfortzone?

Engagement ist eine Geisteshaltung: nämlich überzeugt zu sein, dass ICH etwas verändern kann. Wer aufgibt, hat schon verloren.

Also: Geh raus und engagiere Dich.

 

Zweite Erkenntnis: Für Erfolg braucht es ein dickes Fell und gutes Durchhaltevermögen.

Jeder kann sich einsetzen und etwas bewegen – aber es wird kein Kinderspiel.

Kaum einer weiß das wahrscheinlich besser als der Unternehmer Edy Kraus. Er wollte eine mobile Pelletieranlage bauen und scheiterte – anfangs. Aber mit seiner Idee hatte er Menschen um sich herum angesteckt, und schließlich schafften Sie es im zweiten Anlauf mit vereinten Kräften.

Was ich damit sagen möchte: Jeder Mensch erlebt Rückschlage, besonders dann, wenn er sich für die großen Dinge engagiert. Wir müssen lernen, das zu verkraften – und dabei hilft auch der nächste Punkt.

 

Dritte Erkenntnis: Wütend und rebellisch sein – das dürfen wir. Das können wir.

Wo sind die Grenzen des Widerstandes, wenn wir für die Zukunft unseres Planeten kämpfen? Es gibt keine. Tatsächlich sind bürgerlicher Widerstand, ziviler Ungehorsam und die Übertretung von Gesetzen erlaubt, wenn es um unsere eigene Lebensgrundlage geht.

Mehr noch: Wir haben die Pflicht zum Widerstand, um den Staat – vielmehr noch: unsere Welt! – zu erhalten. Und dafür dürfen wir auch aus der Haut fahren, eigene Grenzen überschreiten und zu Rebellen werden.

Die Schüler der FridaysForFuture haben das verstanden.

 

Vierte Erkenntnis: Schau Deinen Alltag an. Was kannst Du wirklich ändern – im Kleinen?

Wir alle leben in unserer kleinen Welt. Das ist gut so. So legen wir fest, was unser kleines Reich ist, das wir gestalten wollen. Es ist allerdings unglaublich wichtig, sich aufzumachen und diesen eigenen Alltag stetig auf die Probe zu stellen.

Meine persönliche Empfehlung: Nehmt Teil an einer Blockade. Für mich war das ein Erweckungserlebnis – und ich weiß, für viele junge Menschen ging es genauso beim Widerstand für die Erhaltung des Hambacher Forsts. Querfeldein zu marschieren, Polizeikräfte zu umgehen, lautstark vor Ort zu protestieren und das zu beschützen, was einem wichtig ist – das ist etwas anderes, als in der eigenen Heimatstadt einmal um den Block zu laufen.

Schaue Dir an, wie Du lebst – und überlege, was Du besser machen willst. Und dann tue es.

 

Fünfte und letzte Erkenntnis: Es hilft, manchmal die Perspektive zu ändern, um zu verstehen, was wirklich wichtig ist.

Der Klimawandel ist ein riesiger und langsamer Prozess, und daher für uns schwer zu erkennen. Für uns in Mitteleuropa macht ihn eigentlich nur das Wetter wirklich für uns greifbar. Und selbst dann schrillen die Alarmglocken zu spät: Dann freuen sich viele über den für die Natur so schädlichen Jahrhundertsommer 2018, weil sie sich endlich auf dem eigenen Balkon sonnen können.

Es ist deswegen wichtig, manchmal die eigene Perspektive des Hier und Jetzt zu verlassen und um zwei Dimensionen zu erweitern. Die erste: Wie geht es den Menschen in anderen Teilen der Erde? Und die zweite: Wie lebenswert ist meine Heimat in dreißig, vierzig Jahren?

Und plötzlich wandelt sich das Bild, denn die Veränderungen durch den Klimawandel werden konkret. Wenn ich bemerke, dass meine Heimat auf dem Spiel steht, und zwar noch zu meinen Lebzeiten – dann verändert das etwas in mir.

Mein Rat: Engagiere Dich jetzt, indem Du schaust, was Du fürs Klima tun kannst. Vom Grünstrom über Zugfahren bis hin zur Ernährung: Es gibt so viele Möglichkeiten.

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