Ökonomie der Autarkie: Energie für alle!

Wir verfügen bereits heute Erzeugungs-Technologie, die uns völlig unabhängig von Kohle, Öl und Erdgas machen kann. Wir stehen vor dem Ende des Zeitalters der Verbrennung – und vor dem Wechsel der von der zentralen Versorgung durch Brennstoffe hin zum Zeitalter der Energie-Autarkie.

Macht ihr euch Gedanken darüber, woher die Energie ursprünglich stammt, die ihr für Licht, Wärme und Mobilität verbrauchen? Tatsache ist: Sie kommt ganz überwiegend aus der Erde. Wir holen über Jahrmilliarden entstandenen Kohlenstoff aus der Kruste unseres Planeten und verbrennen ihn. Dadurch kippt das sensible Gleichgewicht unserer Atmosphäre – und der Klimawandel setzt ein.

Das ist, verkürzt gesagt, was wir als Menschheit seit rund 200 Jahren machen. Seit gut 50 Jahren wissen wir, dass es falsch und schädlich ist. Und seit 20 Jahren haben wir das Wissen und die Mittel, unsere Energie ganz anders zu gewinnen: die sogenannten Erneuerbaren Energien.

Sie setzen auf Quellen, die nicht versiegen und überall verfügbar sind: nämlich auf Sonnenstrahlen, auf Windkraft, auf Erdwärme, auf Biomasse. Sie alle sind urtümliche Kräfte, die nicht weniger werden und niemandem schaden.

Und: Sie sind revolutionär, denn sie machen uns unabhängig von der heutigen Energie-Industrie. Schauen wir uns das im Detail an.

Erstens: Die Erneuerbaren verkürzen die Erzeugungskette radikal. Statt Förderung, Transport, Raffination, erneutem Transport, Verbrennung und die finale Umwandlung in Wärme, Bewegung oder Elektrizität, entsteht der Strom direkt vor Ort, wo er verbraucht wird.

Zweitens: Die Erneuerbaren brechen die Monopole der Erzeugung auf: Jeder – wirklich jeder – kann nun Strom und Wärme aus Sonnenlicht, Wind, Biomasse und anderen Quellen Erneuerbarer Energien erzeugen. Oder zumindest daran teilhaben.

Und drittens: Die Erneuerbaren reduzieren die Energiekosten langfristig auf ein Minimum, denn es wird kein aufwändig gewonnener fossiler Brennstoff mehr benötigt.

Strom aus Photovoltaik, Wind und anderen erneuerbaren Energiequellen sind nicht die einzigen Technologien, die derzeit unser Leben umkrempeln. Transport, ein Sektor, der eng mit dem der Energie verbunden ist, erlebt derzeit ebenfalls mehrere tiefgreifende Veränderungen, darunter die E-Mobilität.

Der technologische Wandel in diesen Sektoren hat mehrere zentrale Gemeinsamkeiten.

  • Sie alle zielen in erster Linie auf Energiegewinnung oder -nutzung auf möglichst umwelt- und ressourcenschonende Art und Weise ab. Per Photovoltaik produzieren wir CO2-freien Strom, per Batterie speichern wir ihn.
  • Sie sind – und das liegt beinahe in der Natur von Innovationen – mit vergleichsweise hohen Investitionskosten verbunden. Eine Solaranlage, ein Batteriespeicher und ein E-Auto haben den Nimbus: Sie seien teuer.
  • Doch liegt genau darin der Denkfehler. Denn es handelt sich um Güter, die beinahe keine Betriebskosten mit sich bringen. Im Gegenteil: Im Falle von Photovoltaik kann ich der Allgemeinheit meinen Strom zur Verfügung stellen und sogar daran verdienen.

Ich nenne es die Ökonomie der Autarkie: Sie ist geprägt durch spürbare Investitionskosten, aber minimale Betriebskosten. Ergo: Der Start scheint wirtschaftlich schwierig, man muss mehr investieren als in konventionelle Lösungen. Hat man es jedoch einmal getan, sinken die Betriebskosten gegenüber althergebrachten Verfahren rasant, oder der Einsatz bringt sogar Geld ein. Letztendlich folgt daraus über die Nutzungsdauer hinweg ein umgekehrtes Bild: Die Technologie ist bereits heute billiger – und dazu noch umweltfreundlicher. Sie ermöglicht es uns, sich von bestehenden Wirtschaftskreisläufen abzukoppeln: ganz konkret den Energie-, Wärme- oder Treibstoffversorgern.

Den ganzen Artikel von mir lest ihr in der September-Ausgabe des Magazins „natur“.

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